... über Gott und die
Welt
Im Folgenden einige meiner philsophischen Gedanken. Wenn du dich angeprochen
fühlst oder mir gerne deine Sicht mitteilen willst, so melde dich doch
bei mir.
"Echte Zufälligkeit" als Tabu in der Physik
Unsere Modelle der physikalischen Wirklichkeit laufen darauf hinaus, ein tieferes
Verständnis für die Wahrnehmung in unserer Umwelt zu schaffen. Genauer
noch, sie sollen uns dienen, um korrekte Voraussagen zu physikalischen Vorgängen
in unserer Umwelt zu machen - meist anhand von mathematischen Formeln und Berechnungen.
Um nun aber die "Zukunft" eines physikalischen Systems voraussagen
zu können, müssen wir drei grundlegende Annahmen treffen:
(1) wir kennen sämtliche relevanten Anfangsbedingungen,
(2) wir können alle Zustandsübergänge mathematisch exakt modellieren
und
(3) im untersuchten Modell gibt es keine echt zufälligen Faktoren.
Sobald eine einzige dieser selten ausgesprochenen Annahmen nicht gilt, dann
wird es unmöglich, die Zukunft exakt und somit korrekt vorauszusagen. Gelänge
es also, nachzuweisen, dass man gewisse relevanten Anfangsbedingungen gar nicht
erfassen bzw. messen kann, weil man z.Bsp. weder eine genaue Abschätzung
machen kann noch ein Messverfahren entwickeln kann (weil z.Bsp. die Dimension
der zu messenden Grösse zu klein ist), dann wäre Bedingung (1) nicht
erfüllbar. Wenn man zeigen kann, dass gewisse Vorgänge nicht mit der
Mächtigkeit der Mathematik modellierbar wären, so wäre (2) unerfüllbar.
Bei (3) müsste man zur Widerlegung zeigen, dass es keine 100% abgeschlossenen
Systeme gibt und somit immer vom umgebenden System echt "zufällige"
(d.h. weder voraussagbare noch beeinflussbare) Einwirkungen auftreten können
oder man müsste beweisen können, dass gewisse Messgrössen echt
zufällige Wertänderungen erfahren. Nun, somit könnte man auch
erklären, warum Phänomene wie Wetter, Börsenkurse, Lottozahlen
oder Erdbeben schlecht vorausgesagt werden können. Nämlich, weil diese
Vorgänge aufgrund der Nichterfüllbarkeit einer der drei Annahmen nicht
exakt modelliert werden können.
Nicht-Linearität der Wertempfindung
Eine Grosszahl von Personen ist bei kleinen Beträgen viel stärker
knausrig als beim Verhandeln von grossen bis sehr grossen Ausgaben. Wenn man
sich dann überlegt, wieso es bei einem Autokauf akzeptabel ist, dass es
wegen kleinsten Extras schnell CHF 3000.- mehr kostet, aber beim Kauf von Lebensmitteln
schon CHF 1.50 weh tun und sich in einer ruhigen Minute dann ausrechnet, dass
man sich für CHF 3000.- gegen zweitausendmal bei den Kleinbeträgen
grosszügig geben könnte (dies entspricht bei zweimal Einkaufen pro
Woche total 1000 Wochen = ca. 19 Jahre), dann staunt man nicht schlecht über
die Irrationalität der Wertempfindung. Kann es sein, dass der Mensch Schwierigkeiten
hat, grosse Zahlen richtig zu erfassen?
Omniscient - Wie man alles, was sein wird, schon heute sehen kann
Man stelle sich vor, in der fernen Zukunft mache jemand eine geniale Erfindung,
die unser heutiges Leben sehr erleichtern würde: Sei es eine neue Form
von Energiespeicherung, ein neues Fortbewegungsmittel oder ein neuartiges Werkzeug.
Hätte man doch nur eine Foto des Bauplanes, so könnte man sich schon
heute an die Entwicklung machen. Nichts einfacher als das: Eine s/w-Foto besteht
aus winzigen schwarzen und weissen Bildpunkten (Pixel). Heutige Heimcompuer
verfügen über einen Bildschirm, der ca. 1024x768 farbige Pixel darstellen
kann. Somit könnte man ein Programm schreiben, das in einem Bildschirm-Bereich
von sagen wir 200x150 s/w-Pixel alle möglichen Kombinationen darstellt.
Wenn man denn nur lange genug die dargestellten Bildchen anschauen würde,
würde man auch einst obige Erfindung aus der Zukunft - den Bauplan eines
UFOs, die Ankündigung der nächsten Firmenfusion, den Zeitpunkt des
nächsten Krieges, den noch zu bauenden Seetunnel von Zürich, die Lottozahlen
von morgen, das Haus der Zukunft, das neue Design der nächstjährigen
Mode oder das Plakat des nächsten Kinoknüllers sehen. Fantastisch,
nicht? Einziges Problem ist die Vielzahl möglicher Kombinationen von weissen
und schwarzen Pixel. Bei 50x30 Bildpunkten gibt es 2^(30*50)=2^1500=10^451.5
mögliche Bildchen. Wenn man nun 8 Stunden pro Tag Bilder mit der Geschwindigkeit
von 5 Bildern pro Sekunde betrachten würde, hätte man erst nach 10^443.8
Jahren alle Bilder gesehen. Davon ist jedoch ein Grossteil nichtsaussagend und
stellt eher ein Rauschmuster als interessante Informationen dar. Was also noch
fehlt, ist eine vernünftige Bildergenerierungsmethode, die vorwiegend "sinnvolle"
Bilder generiert.
Idee: Schwärzungsgrad SG% nach oben einschränken (nur noch (n tief
SG%*n) Bilder - bei n=30*50=1500 und SG = 35% sind dies aber immer noch 10^420
Bilder.
Kann ein Computer jemals Bewusstsein haben?
Viele sträuben sich dagegen, dass dies möglich sein soll. Erstens
ist Bewusstsein etwas gar menschliches (das uns u.a. vom Tier abgrenzen soll)
und zudem ist es derart komplex, dass man lediglich ansatzweise erklären
kann, wie es zustande kommt. Dennoch bin ich überzeugt, dass es einst möglich
sein wird, einen Computer wie den bösartigen HAL aus "A Space Odyssey
2001" mit Bewusstsein zu bauen. Wieso? Weil der Computer gar kein inneres
Bewusstsein braucht, um dem auf 5 Sinne beschränkten Menschen vorzuspielen,
dass er welches hätte. Man braucht den Computer nur genug umfangreich auf
verschiedene Situationen vorzubereiten und schon interpretiert der Mensch, dass
der Computer ein Bewusstsein haben muss.
Soll der Mensch Gott spielen?
Heute ist der Mensch dank Gentechnologie an der Schwelle zur technischen Möglichkeit,
in absehbarer Zukunft nicht nur Leben zu verändern, sondern gänzlich
neuartige Lebensformen im Tier- und Pflanzenreich zu schaffen. Da eine unkontrollierte
Aussetzung mutierter Lebensformen in unserem eigenen Lebensraum nicht absehbare
Folgen hat und somit wohl nicht zu verantworten wäre, könnte man die
Experimente doch auf einem unserer Nachbarplaneten (wie etwa dem Mars) durchführen.
Dabei stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, ob wir Menschen nicht
etwa selbst Teil eines solchen Gentechnologie-Experiments sind. In der Bibel
heisst es ja schliesslich, dass der Gott die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen
hätte und somit wäre es ja denkbar, dass Gott eigentlich ein Gentechforscher
war, der uns als seine Kreation ansieht. Dies würde aber auch heissen,
dass es schon bald mehrere neue Götter geben wird (so in einem Jahrtausend
oder so).
Die Illusion vom vollkommenen Glück
So wie man Gesundheit als "Abwesenheit von Krankheit" definieren
kann, kann man auch "glücklich sein" als Abwesenheit negativer
Empfindungen wie u.a. Schmerz, Leid oder Angst definieren. Der Mensch hat nun
aber eine ganz spezielle Art der Wahrnehmung. Wenn etwas über längere
Zeit vorhanden ist, wird es nicht mehr bewusst wahrgenommen. Dies ist auch gut
ersichtlich bei der Geschwindigkeit. Wir merken nicht (mehr), dass wir pro Tag
ca. 40'000 km zurücklegen wegen der Erddrehung oder nehmen kaum wahr, wenn
wir im Aufzug mit konstanter Geschwindigkeit fahren. Wenn wir aber in einem
Auto beschleunigen, dann spüren wir dies stark. Bei den Gefühlen ist
dies analog. Wir merken primär die Schwankungen, z.Bsp. wenn wir traurig
werden oder Schmerzen erleiden. Wenn wir ein Gefühl aber über längere
Zeit haben, nehmen wir es nicht mehr bewusst wahr. Zudem fühlt man sich
aufgrund des Kontrasteffektes viel glücklicher, wenn man gerade keine Bauchschmerzen
mehr hat, als wenn man gar nie welche gehabt hat. Somit ist es gar nicht erstrebenswert,
immer vollkommen glücklich zu sein, weil man dann sein vollkommenes Glück
gar nicht mehr wahrnehmen würde.
Gleichgestellt, gleichergestellt, gleichstgestellt - Ein unerfüllbarer
Wunschtraum
Der Wunsch, dass alle Menschen gleich sind, ist ein unerfüllbarer Wunschtraum
und würde bei Realisierung wohl in einem realen Albtraum enden. Gleichheit
aller Menschen ist ein Ideal, das nicht erreichbar ist. Wir alle sind einzigartig
und somit nicht gleich - schon bei Geburt. Wir sehen verschieden aus, haben
verschiedene Begabungen und Neigungen. Es gibt den oft zitierten statistischen
"Durchschnittsmenschen" nicht. Auch wenn man versucht ist, zumindest
menschen-rechtlich und materiell eine gewisse Gleichheit anzustreben, so werden
wir nie die absolute Gleichheit erreichen können. Vieles in unserer Gesellschaft
beruht gerade darauf, dass es Ungleichheiten gibt. Ein Grundprinzip von der
hochgelobten freien Marktwirtschaft ist: Die einen haben es, die anderen wollen
es. Wollte man allen Menschen die gleiche Startchance geben, so müssten
wir unsere Nachkommen ausgehend von einem einzigen Menschen (eine Art Zwitter
- denn Frauen und Männer sind von Natur aus zu verschieden, um je gleich
sein zu können) klonen. Dann wären wir zumindest in Bezug auf Intelligenz,
Neigungen und Begabungen gleich. Der Haken ist nur, dass dann auch alle den
gleichen Job und die gleiche Wohnung wollen und auch die gleichen Freizeitinteressen
hätten, die leider niemand mehr befriedigen würde, da dann die im
Freizeibusiness arbeitenden ja den anderen nicht gleichgestellt wären.
Der Traum von einer Gesellschaftsform, wo alle gleichgestellt sind, wird wohl
immer eine Illusion bleiben müssen.
Sozialjahrpflicht statt Militärpflicht
Vielleicht kann mir ja mal jemand erklären, warum es gerecht sein soll,
dass in der Schweiz nur Männer per Gesetz verpflichtet sind, Militärdienst
zu leisten und bei Veweigerung Spezialabgaben zu zahlen. Sind die Frauen etwa
nicht gut genug, um im Militär einen persönlichen Beitrag zu leisten
oder sind sie körperlich zu schwach, um unser Land zu verteidigen (als
ob man heute noch Fussvolk-Schlachten oder Hannibal-wandert-über-den-Gotthard-Himmelfahrtskommandi
veranstalten würde) oder wäre es eine Zumutung, einer Frau womöglich
gar ein geladenes Gewehr in die Hand zu geben? Der interessanteste je gehörte
Erklärungsversuch (durch eine Frau notabene) war die Analogie, dass die
Männer so ca. 9 Monate ihres Lebens für das Militär und somit
die Landesverteidigung opfern würden und die Frauen genau die gleiche Zeit
bei einer Schwangerschaft "hergeben" würden, so quasi als Beitrag
für die Zukunft des Volkes. Ich hingegen würde es besser und auch
fairer finden, wenn jede Person per Gesetz verpflichtet würde, in ihrem
jungen Leben insgesamt ein ganzes Jahr für das Sozialwohl des Volkes beizutragen
und dabei nur mit Kost und Logie vergütet zu werden. Erstens könnte
man damit einen sinnvollen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, man würde einen
gewissen Weitblick für die Bedürfnisse anderer entwickeln und zudem
würden die Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen gesenkt. Einen solchen
Beitrag könnten dann natürlich nicht nur Männer leisten ...
Wie wird man glücklich?
Mehr als ein paar subjektive Feststellungen kann ich zu dieser schwierigen
Frage leider auch nicht bieten - ein Patentrezept schon gar nicht. Das gelegentliche
Erreichen von realistischen Zielen macht mich glücklich. Am besten spüre
ich das kurz vor dem sicheren Erreichen. Geld, Schönheit, Intelligenz,
interessante Arbeit, Freundschaft oder die Gene alleine für sich machen
noch lange nicht glücklich. Ausgewogenheit von "Body, Brain and Soul"
trägt sicher auch wesentlich dazu bei.
Wie unterscheiden sich die Geisteswissenschaften von den Naturwissenschaften?
Beide machen sich Modelle der Wirklichkeit ("Moleküle aus Atomen"
vs. "Ich-Überich-Es"). Allerdings sind bei den Naturwissenschaften
die Ergebnisse von Experimenten empirisch oft perfekt reproduzierbar, während
dies bei geisteswissenschaftlichen Experimenten, wo oft Menschen als Versuchspersonen
involviert sind, in aller Regel nicht möglich ist. Der Grund liegt primär
darin, dass bei menschlichen Versuchsgruppen die Anfangsbedingungen oft zu wenig
exakt bestimmt werden können. Gleich verhält es sich bei den Einflussgrössen,
wo es bei den Naturwissenschaften oft genaue Messmethoden gibt, während
man geisteswissenschaftlich relevante Grössen wie z.Bsp. "Stärke"
des Willens oder Glaubens, "Empfindung" von Gefühlen, "Überzeugungskraft"
oder "Grad von Vertrauen" sehr schlecht messen kann. Oft verfälscht
das Messen während einer geisteswissenschaftlichen Untersuchung den Verlauf
des Experimentes so stark, dass häufig nur am Schluss gemessen werden kann.
Zudem muss man oft auf das Modell eines (ausser statistisch gesehen) nicht existierenden
"rational denkenden Durschnittsmenschen" zurückgreifen, um Aussagen
über eine grössere Menschengruppe zu machen, was inhärent problematisch
ist.
Die Informationsvernichter und der Traum von der One-ID
Es gibt Organisationen, die verkaufen einem ein persönliches Jahres- oder
gar Zweijahres-Abonnement und wenn man dann in eine Kontrolle gerät, muss
man den Kontrolleuren von ebendieser Organisation beweisen, dass man tatsächlich
ein persönliches Abonnement bei Ihnen gekauft hat. Einfaches Ausweisen
mit einem amtlich beglaubigten Ausweis genügt nicht und wie wenn es die
grösste Selbstverständlichkeit wäre, muss man auch noch einen
Umtriebsbetrag dafür bezahlen, dass man das gültige Abonnement nicht
dabei hatte. Dabei liegt das Problem doch eigentlich vielmehr auf der Seite
der Organisation, welche es nicht fertig bringt, Informationen, die sie in ihren
Systemen erfasst hat, ihren Kontrolleuren zugänglich zu machen. Da fragt
man sich natürlich, ob dahinter wohl eine neue Strategie der Informationsvernichtung
verborgen ist, mit modernem Fachterm etwa "data-less management".
Wieviel sinnvoller wäre es doch, wenn man sich statt eines persönlichen
Abonnements (mit Foto, Geburtsdatum, Name etc.) nur die Berechtigung erkaufen
und diese z.Bsp. an die Identitätskarte binden könnte. Dann hätte
man nicht nur einige Plastikkärtchen weniger herumzutragen, sondern zudem
die Identitätskarte zu einer universell einsetzbaren One-ID umfunktioniert,
die zudem einiges fälschungssicherer ist als ein Abonnementskärtchen.
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